Am Pfingstsonntag, den 11. Juni 2000, starb Dr. Max Hahn waehrend eines Tauchganges in der Bigge- Talsperre. |
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Dieser Abschied gilt dem Mann Dr. Max Hahn, der Würdigung seines Lebenswerkes und seiner damit verbundenen Leistungen. Der Tauchsport hat einen seiner herausragenden Tauchphysiker und einen wahren Tauchsportpionier verloren. Viele von uns aber haben vor allem einen Freund, Sportkameraden, den anerkannten und beliebten Tauchlehrer verloren. Dem Tauchsport wird dieser unabhängige, verbraucherorientierte, der Tauchsicherheit verpflichtete Experte als Berater fehlen. |
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Dies nicht nur als Erlebender, sondern als Mitgestalter. Als Physiker und Mathematiker brachte er zur Begeisterung für die Welt unter Wasser jene mathematisch- naturwissenschaftlichen Vorbedingungen mit, die das Verständnis so komplexer Algorithmen wie der Dekompression erfordern. Die biologisch- medizinischen Hintergründe erwarb er sich im Verlauf seiner fortschreitenden Arbeiten im Dialog mit weltweit anerkannten Institutionen, die auf diesem Gebiet arbeiteten. Nicht lineares Aneinanderreihen von Ergebnissen war für ihn Dekompression- Forschung, sondern Vernetzung von Erkenntnissen aus den verschiedensten Wissenschaftsgebieten. Die Sicherheit der TaucherInnen war dabei sein oberstes Ziel. Schon immer begeisterter Schwimmer und Wassersportler wandte sich Dr. Max Hahn bereits 1952/53 dem Tauchsport zu und absolvierte zur damaligen Zeit als einer der wenigen in Deutschland Tauchgänge mit dem Druckluftgerät. Sein schnell erwachtes Interesse an allen Forschungsbereichen, die das Tauchen betrafen und sein eigenes aktives Taucherleben ließen in zu einem unserer Tauchpioniere werden, der in seinem Leben gut Tausende Tauchgänge in den unterschiedlichen Gewässern vom Nordatlantik bis in die Tropen, aber auch in den heimischen Binnengewässern absolviert hat. Schon früh stieß Dr. Max Hahn zum Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) und ebenso früh begann er sich für eine sichere Ausbildung einzusetzen. "Sicher und machbar", das war stets sein Motto. Dort wo er etwas nicht diesen Grundsätzen entsprach, meldete sich Dr. Max Hahn zu Wort: "Freunde, Es kann doch wohl nicht sein, dass..." blieb über Jahrzehnte sein unmißverständlicher Diskussionseinstieg. Zufrieden gab er sich erst, wenn ein logisch durchdachtes Gesamtergebnis am Ende der Diskussion stand. Doch nie hielt er statisch an einmal gefassten Vorstellungen fest. Alltagstauglichkeit und die Einbeziehung des wissenschaftlichen Fortschritts waren für ihn selbstverständliche Handlungsgrundlage. Unter diesen Voraussetzungen war seine Mitwirkung bei der Gestaltung der "Deutschen Tauschsport Abzeichen Ordnung" (DTSA- Ordnung) der Tauchlehrerausbildung, aber auch so pragmatischer Alltäglichkeiten wie des Taucherpasses und des Logbuches für den VDST und seine Mitglieder äußerste segensreich. Gleichzeitig war auch immer einer der Ersten, der sich den von ihm entwickelten neuen Prüfungsanforderungen selbst stellte. Er war mit einer der ersten, die das DTSA- Gold ablegten, wurde 1967 Tauchlehrer TL *** Nr. 0003 und war ab diesem Zeitpunkt bis zuletzt für den VDST als Prüfer tätig. Seine umfassende Erfahrung, seine Kenntnisse und seine sportlich faire Umgangsformen prädestinierten Dr. Max Hahn geradezu für die Vertretung in den technischen Ausschüssen, in denen es um Tauchsicherheit und technische Weiterentwicklung ging. So war er 14 Jahre Obmann des Arbeitsausschusses Tauchzubehör des Normungsausschusses Sport im Bereich des DIN- Systems. Da auch hier seine Arbeit internationale Anerkennung fand, wurde er 1989 als Chairman des Subkommitees 7 im TC 79 des CEM gewählt und war seit 1991 Convenor des working group 7 des TC 136 de CEM. Bis zu seinem Tod hat er diesen Gremien maßgebend an der Entwicklung der Normen für Tauchsportausrüstungen und damit der ständig steigenden Tauchsicherheit mitgewirkt. Seit 1974 war Dr. Max Hahn Mitautor des Tauchbuches "Tauchen noch sicherer". In zahlreichen Aufsätzen und Buchbeiträgen, aber auch Übersetzungen meldete er sich auch in der Fachliteratur zu Wort, und war seit 1993 Fachbeirat für Technik beim Fachmagazin Divemaster. Die Mitgliedschaft in der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM) und der Europeen Undersea- and Hyperbaricnedical Society (UHMS) machen deutlich wie eng Dr. Max Hahn mit allen medizinischen physikalischen und wissenschaftlichen Gebieten des Tauchsports verwachsen war. In all den Jahren ist er zum international anerkannten Fachmann der Dekompression herangereift, der mit seinen Dekompressionstabellen DEKO '92 und deren nach neuesten Sicherheitskriterien überarbeiteten Version DEKO 2000 einen unschätzbaren Sicherheitsbeitrag von international anerkanntem Standard geschaffen hat, der die Gefährdung im Sporttauchen auf ein Minimum reduziert. Auf seinen Berechnungen griffen Firmen bei der Entwicklung der Dekocomputer zurück, holten sich seinen Rat auf dem Weg zu elektronischen Tauchgangsüberwachung. Mit dem Rebreather kehrte Dr. Max Hahn zur schon früher von ihm genutzten Kreislauftechnik zurück und sein Hauptinteressen galt der Weiterentwicklung dieses Gerätes. Für kurze Zeit führte er auch das RAB als dessen Präsident, doch sein Interesse galt nicht der Politik sondern den technischen und wissenschaftlichen Zusammenhängen. In den letzten Jahren hat sich Dr. Max Hahn immer mehr für die Entwicklung im technischen Tauchen vor allem für die verschiedenen Kreislaufsysteme und Mischgasmöglichkeiten interessiert. Als einer der ersten Taucher in Deutschland benutzte er das "Buddy Inspiration", das ihm neue Möglichkeiten im Erleben der Unterwasserwelt boten. Mehrere 100 Tauchgänge mit diesem Gerät führten ihn zu neuen Zielen. So nahm er z.B. 1999 als 70- jähriger an der "Minnehaha Expedition" teil. Wie immer hat er auch in dieser Technik besonderen Wert auf Sicherheit gelegt und sich weltweit in den verschiedenen Systemen ausbilden lassen. Bei all seinem Engagement fand Dr. Max Hahn immer genügend Zeit, um für Sportkameraden kenntnisreich Auskunft zu geben, in den Mitgliederversammlungen mit Fachwissen Ruhe und Überlegung einzubringen oder als Referent schwierigste Materie humorvoll und verständlich darzulegen. Mit Dr. Max Hahn hat der Tauchsport einen bedeutenden Tauchphysiker, einen Tauchpionier, Experten, Berater und Referenten mit internationaler Anerkennung verloren. Der VDST trauert um seinen Instrukteur und Träger der goldenen Ehrennadel des Verbandes. Wir alle haben einen Sportkameraden und Freund verloren, die Familie den Vater und Ehemann. Wir trauern um Dr. Max Hahn! Dr. Friedrich Nagelschmid |
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DR. MAX HAHN DIES IN DIVING ACCIDENT Dr. Max Hahn, a long time active member of the EUBS, died on 11 th June 2000, at the age of 71. Max was diving in a German Lake, the Biggesee, using a Buddy Inspiration rebreather. Max was an expert on rebreathers and had a high regard for the Inspiration. The cause of his death is not known, and the official report on the accident may be some time in coming. It is felt that he had a buoyancy problem; he apparently surfaced and asked for help, but then sank back into the water. One opinion is that the tank which could have provided gas for buoyancy was depleted. One thing for sure, Max would want the facts, when they become known, to be disseminated to others in hopes of saving others from the same fate. For almost half a century, his whole adult life, Max was an active diver. He had been diving since the early 1950s, at a time when people had to fabricate some or all of their own equipment. In his life he performed more than 5000 logged dives, in areas as diverse as the North Atlantic or Truk Lagoon, as well as in local inland waters. When he went to a meeting at a place with diving available, he made it a point to go diving. In real life Max was a physicist and mathematician, and through that he became an expert electron-microscopist. He turned his physics and mathematical skills toward diving, both in equipment design and testing, but also in the more biological aspects including decompression. He served on standards committees overseeing recreational diving equipment. He was an internationally renowned decompression expert. With his decompression tables DEKO '92 later upgraded to DEKO 2000, he made a invaluable contribution to diving safety and to an international standard directed at minimizing the decompression risks in recreational diving. Several dive computer manufacturers used his decompression models in commercially available dive computers, and he served them as a scientific consultant. He was a frequent participant in EUBS, UHMS and GTÜM symposiums and workshops, especially those having to do with decompression. A large part of Max's diving avocation was dedicated to the German Sport Divers Federation (VDST), where in addition to research and development in decompression, his main efforts concentrated on training divers to dive more safely. He was the highest level of instructor in virtually all branches of recreational diving, and an examiner. He took being an instructor very seriously, and was revered by his students. With the advent of commercially available closed circuit rebreathers, Max returned to a technology that he had used at the beginning of his diving career. He focused on the further improvement of this technology. He served as president of the Rebreather Advisory Board RAB. He had made several hundred dives on the Buddy Inspiration. In Dr. Max Hahn the scientific societies and the recreational diving community have lost an outstanding diving physicist, a true pioneer of sport diving and an enthusiastic technical diving expert with international reputation. We all mourn for the loss of a friend and dive buddy! |
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